Die Kampagne für die Architekturtage 2010 unter unserem Motto »Ansichtsexemplar« darf als voller Erfolg gewertet werden. Wir freuen uns besonders, dafür mit dem Adwin 2011 ausgezeichnet worden zu sein. 2012 finden die Architekturtage wieder in ganz Österreich statt. Und wir wieder mit dabei.
Das Jahresthema für 2012 ist »Anders als geWohnt.« Die teilnehmenden Architekturbüros, Bauträger und Institutionen legen den Schwerpunkt auf das Wohnen als unmittelbarste Form der Architektur, gute Idee. Doch wie visualisiert man dieses Thema? Einen unserer Ansätze, den gekrümmten Raum, möchten wir hier kurz vorstellen. Damit er nicht vergessen wird. Weil er ja abgeschossen wurde. Ein anderes Konzept wird in den kommenden Wochen umgesetzt, und damit sind wir sehr glücklich. Das wird eine spannende Sache.
Anders als geWohnt: der gekrümmte Raum
Die naturnahe Abbildung unmöglicher Situationen zum Austricksen der Wahrnehmungsgewohnheiten ist keine neue Sache. Die bildende Kunst nahm schon immer gewohnte Darstellungsformen her – wie Escher Anfang des 20. Jahrhunders in seinem Druck “Belvedere” – und irritierte so die Wahrnehmung. Eschers Werke basieren auf vermeintlich historisch verbindlichen Darstellungsformen wie der Lithografie.
Heute sind die Menschen gewohnt, ihre zukünftige Wohnsituation schon vor Baubeginn mittels hochwertiger Architekturvisualisierungen zu erleben. Diese Visualisierungen vermitteln den Schein der Unmittelbarkeit und Realität, sind aber – wenn man es genau betrachtet – reine Täuschung und Illusion. Perspektive, Lichtführung, Brennweite und hochwertige Ausstattung aus Archiven feiner 3D-Möbel und -Materialien verzerren die Darstellung und gaukeln hochrealistisch vor, was sehr oft nie sein wird.
Man könnte also sagen: »Damals« Lithografie als Symbol historischer Verbindlichkeit. Heute 3D-Wohnraumvisualisierung als Versprechen der zukünftigen Sicherheit. Wir verwenden also die Form der modernen Visualisierung und führen die Betrachter hinters Licht. Erst auf den zweiten Blick kippt der Raum, und das Vorschussvertrauen in die perfekte Welt der Visualisierung bröckelt.
Dieser Ansatz wurde zugunsten eines plakativeren und erweiterbaren Bildkonzeptes verworfen. Natürlich stellen wir auch diesen bald vor. Wir bedanken uns bei Thomas Knapp für die großartige Arbeit an unserem gekrümmten Raum.