Schaffarei Signaletik - Neonschild © Patricia keckeis

Schaffarei: das Haus für Arbeitskultur

Das neue Haus für Arbeitskultur ist ein Ort, der sich mit dem Thema Arbeit auseinandersetzt. In Form von Ausstellungen, einem integrierten Think Tank, Bühnenproduktionen und anderen Formaten wird dem Thema Arbeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fleißig auf die Pelle gerückt. Das Haus beherbergt außerdem den Feldkircher Standort des Digitalcampus Vorarlberg und im Parterre und Keller die Gastronomie Kuche + Klub, die sich in kürzester Zeit als neuer Hotspot der Gastlichkeit Feldkirchs etabliert hat.

Ein Haus mit Geschichte

Das 1904 erbaute Haus zwischen Ardetzenberg und Innenstadt war ursprünglich als Villa geplant. Kurz nach der Fertigstellung änderte sich der Plan und es wurde als Waisenhaus genutzt, später diente es als Amt. Den meisten Feldkircherinnen und Feldkirchern dürfte es als Jugendhaus Graf Hugo in Erinnerung sein. In den 1980ern und 1990ern prägte das erste offene Jugendhaus Vorarlbergs eine ganze Generation.

Neubau oder Renovierung?

Als die Arbeiterkammer, deren Campus das Haus umschließt, das Jugendstil-Haus mit der Hausnummer Widnau 10 erwarb, stand dessen Zukunft auf Messers Schneide. Neubau oder Renovierung liefen finanziell auf’s Gleiche hinaus. Der Kopf sagte Abriss, das Herz siegte schlussendlich.

Marke, Signaletik, Web

Wir sind stolz darauf, dass die Arbeiterkammer uns als Feldkircher Agentur mit der gesamten Umsetzung der Schaffarei Marke und Kommunikation betraute. Im vorliegenden Projekt schauen wir uns die Orientierung im Raum an.

Die Neonschilder

Für uns war klar: ein LED-Schild wäre hier völlig fehl am Platz. Ein Highlight der Signaletik sind die Neonschilder der Schaffarei. Von einem Schweizer Unternehmen in authentischer, historischer Machart gefertigt, fügen sich die beiden Schilder perfekt in die Architektur ein.

Schaffarei Signaletik - Neonschild bei Nacht © Patricia Keckeis

Gesteckt, geklebt und digital

Für die Orientierung im Gebäude wählten wir eine minimalinvasive Direktbeklebung für die permanente Informationsebene. Büros und Räume mit einer wechselnden Funktion erhielten charmante Steckbuchstabenplatten. Für die flexibel genutzten Seminarräume gibt es hingegen digitale Screens, die eine dynamische Besucherführung und zusätzliche Kommunikation (wie hier das digitale Plakat der Eröffnung zeigt) ermöglichen. So erzählt auch die Signaletik eine Geschichte der Arbeitskultur.

Schaffarei Signaletik - Leitsystem © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Leitsystem © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Leitsystem © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Leitsystem © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Leitsystem © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Leitsystem © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Leitsystem © Patricia Keckeis

Anlaufschutz

Glasflächen sind so zu kennzeichnen, dass eben sichtbar. Nicht nur für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen, sondern für uns alle. Das Motiv der Halbkreise wurde von uns aufgenommen und über das gesamte Gebäude variiert. So entstehen Beziehungen zwischen Raumebenen und ein Verbund von gar euklidischen Relationen. Will heißen: schaut cool aus.

Schaffarei Signaletik: Anlaufschutz © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik: Anlaufschutz © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik: Anlaufschutz © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik: Anlaufschutz © Patricia Keckeis

Museum des Wandels

Anhand eines Menschen und zwei Gegenständen aus einem Arbeitsleben zeigt das Museum des Wandels die rasante Veränderung der Arbeitswelt. Den Anfang macht Werner Albrecht, langjähriger Skischuhmacher der Firma Strolz. Hier schließt sich ein weiterer Kreis für uns. Für Hannes Strolz haben wir in den vergangenen Monaten dessen Marke neu ausgerichtet und gestaltet.

Schaffarei Signaletik - Museum des Wandels © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Museum des Wandels © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Museum des Wandels © Patricia Keckeis

Wegweiser-Hijacking

Der Weg von der Innenstadt hin zur Schaffarei führt durch eine weitläufige Fußgängerunterführung. In bester Freibeutermanier kaperten wir die vorderen sechs Schaukästen. Dabei mussten die zuvor belegten, teils untoten Bespielungen sanft umgebettet werden. Unser Dank den Inhaberinnen und Inhabern, die das Feld anstandslos geräumt haben. Als weitere Orientierungshilfe nutzten wir die Litfaßsäule vor der Arbeiterkammer, sowie die bereits vorhandenen Betonsockel, die ihre Aufmerksamkeit nun gerecht zwischen AK und Schaffarei teilen.

Schaffarei Signaletik - Wegweiser © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Wegweiser © Patricia Keckeis
Schaffarei Signaletik - Wegweiser © Patricia Keckeis

Wer schafft die Arbeit?

Die Wutrede einer österreichischen Politikerin führte zu einem denkwürdigen Ausspruch. Das müssen wir ihr lassen, auch wenn der Verfasser dieser Seite an der zugehörigen Partei nicht Gutes finden konnte und kann. Aus dem Kontext gerissen wirkt der Spruch, den wir für die Betonwand an der Rückseite der Schaffarei gewählt haben, schlicht monumental. Passend dazu die Umsetzung in erhabenen Lettern.

Schaffarei Signaletik - Wer schafft die Arbeit? © Patricia Keckeis

„Wenn man arbeitet, um zu leben, warum bringt man sich dann um für die Arbeit?“

Clint Eastwood, in Zwei glorreiche Halunken (Sergio Leone, 1966)

Looking back

Die Signaletik begleitete uns über ein Jahr, die Renovierung des Gebäudes haben wir vom Spatenstich bis zur Eröffnung begleitet. Es erfüllt uns mit Stolz und großer Freude, wie konstruktiv und selbstverständlich unsere Ideen aufgenommen und, mit viel Mumm und Können, umgesetzt wurden. Unser Dank gilt dem Team der Arbeiterkammer und der Schaffarei, dem Architekten Dark Schick und dem Innenarchitekten Daniel Büchel.

Nach dem Branding und Kommunikations-Setup von Schaffarei und Kuche + Klub sowie der gelungenen Eröffnung freuen wir uns auf den weiteren gemeinsamen Weg.

Credits

Projektleitung
Grafikdesign
Lettering
Innenarchitektur
Produktion
Dokumentation
Mehr zur Schaffarei